Montag, 22. Februar 2010

Akademische Selbstverwaltung

Heute habe ich an Senatswahlen teilgenommen. Die Bestimmung von 4 Personen hat 1.15h in Anspruch genommen. In dieser Zeit wurden insgesamt 8 Abstimmungen durchgeführt an den 54 Personen teilgenommen haben. Also insgesamt 524 mal ein X auf einem Wahzettel. Demokratie hat eben ihren Preis. Aus einer betriebswirtschafltichen Perspektive würde man gleich die Frage stellen, ob es vielleicht effizienter gehen könnte. Aus der Perspektive der akademischen Selbstverwaltung und Mitbestimmung würde man wahrscheinlich mehr solche demokratische Ereignisse wünschen. Aus der Governance Perspektive freut man sich über eine Organ (Senat), wenngleich die Macht des Senats kontinuierlich abnimmt und letztendlich "nur" noch für die akademische Angelegenheiten zuständig ist. Es gibt bereits Universitäten wie die Uni Gent, die den Senat zu gänze abgeschafft haben. Hier ist offensichtlich viel in Bewegung. Die Kunst eines modernen Hochschulmanagements der Zukunft ist wie man top down und bottom up mitenander so verbindet dass sowohl die BetriebswirtInnen als auch die WissenschaftlerInnen zufrieden sein werden.

Samstag, 20. Februar 2010

Amokläuferin

Nun sind es nicht nur Schüler oder enttäuschte Mitarbeiter von Unternehmen Amokläufer geworden sonder kommen auch aus einer in der gesellschaftlichen Rankliste ganz oben angesiedelte und auch angesehene Berufsgruppe der Professorenschaft. Eine persönliche Tragödie mit verherenden Folgen für viele Familien. Etwas was nicht passieren darf! Die erste Frage nachdem WARUM wurde von vielen Zeitungen bentwortet, (http://www.stern.de/panorama/amoklauf-in-usa-professorin-richtet-blutbad-an-1543246.html)  wenngleich diese Antwort lediglich aus der Perspektive eines Einzelschicksals war. Fragen die eine weitergehende Betrachtung der Problematik diskutieren würden, waren kein Thema. So wurde nicht gefragt, ob eventuell das Wissenschaftsystem, welches immer mehr von beteiligten Personen erwartet und diese auch besonders unter Druck setzt, zu hintefragen ist. Leistungszwang und Leistungsqualität und Karrierewege fallen dabein oft nicht zusammen. Das es genauso viel Doping unter WissenschaftlerInnen gibt wie bei SportlerInnen, wissen wir. Ist es ein Leistungsport wo nur die "Top of the Pyramid" zählt und der Bottom niemanden interessiert? Jeder muss sich den eigenen Weg suchen und diesen gehen. Nun hat eine Professorin den schlimmsten aller gegangen. Es ist eine Tragödie. Wir lieben die Gewinner und haben Mitleid die untergehen. Es gibt nicht nur Gewinner sonder auch viele Verlierer...

Montag, 15. Februar 2010

Neues Blog

nun hat auch das Projekt Third Mission Ranking Methodology ein eigenes Blog. Mit KollegInnen aus dem Projektteam haben wir letzte Woche diese neue Plattform gestartet.

http://he-ranking.blogspot.com/

Zu finden Sie interessante Dokumente zum Thema dritte Mission der Uni, Veranstaltungen zu Rankings etc.

Mittwoch, 10. Februar 2010

Are you indispensable?

Seth Godin spricht über sein neues Buch Linchpin uns stellt die Frage "Are you indispensable"? auf youtube kann man ein Interview mit ihm über sein Buch sehen, den ich sehr interessant fand. Gerade wenn man etwas verändern möchte, stellt man fest, dass der Anfang und das Ende immer etwas besonders sind aber wie sieht es eigentlich mit dem "Dazwischen" aus. Sowohl aus der persönlichen als auch aus der Organisationssicht sind die Eckpunkte, die man richtig wahrnimmt aber das entscheidende passiert zwischen diesen zwei Eckpunkten. Ich gebe Seth recht, wenn er sagt isn't just a job is me. Daher ist es wichtig was ich mit mir mache. Unser Bildungssystem generiert Menschen, die in der Lage sind Jobs zu erfüllen. Sind sie aber in der Lage kritsche Fragen zu stellen? Zu reflektieren? Zu verändern?  Zu riskieren?
Sind wir in der Lage an Hochschulen so zu agieren? Oder wir wollen nur  "indispensable" sein?
It's all about change...

Dienstag, 9. Februar 2010

Risikomanagement

Im Rahmen des "Funding" Konferenz in London Ende Januar habe ich ein Workshop zum Thema "How to deal with risks?" geleitet. Es war eine interessante Diskussion wie man mit Risiken insbesondere im Kontext "Funding" umgehmen kann/muss. Themen die angesprochen worden sind, waren:
  1. Audit
  2. Rolle von Good Governance insbesondere Leadership Governance
  3. Führungsinformationssysteme
  4. Change Management und
  5. IT Untersütztung
Offensichtlich gibt es gerade in der UK hier bereits mehr Erfahrungen und auch eine notwendige professionelle "Sensibiltät" für das Thema. Siehe auch den Bericht von PricewaterhouseCoopers für HEFCE.

Freitag, 11. Dezember 2009

Wort des Jahres "Audimaxismus"

Letztes Jahr wurde noch das Wort "Lebensmensch" zum Wort des Jahres gekürt, so machte 2009 "Audimaxismus" das Rennen. Das Wort findet sein Ursprung in den Studierendenprotesten im Wintersemester und in der Besetzung des Audimax der Uni Wien. "Durch die anhaltenden Proteste sei erstmals seit langem wieder ernsthaft und umfassend über Bildung diskutiert worden, begründete die Fachjury unter der Leitung von Rudolf Muhr von der Universität Graz in Kooperation mit der Austria Presse Agentur (APA) ihr Urteil". Als ich das Wort zum ersten Mal hörte, war meine Assoziation weniger auf Hochschulen sondern auf eine politische Strömung bezogen. Zwischen Maxismus und Marxismus ist nur eine Buchstabe unterschied. Audimaximsmus ist aber ein Ausdruck der Kriese zwischen Staat, akademische Selbstverwaltung und Martkorientierung. Ein Spannunsfeld wo es um Mittel und Ressourcen geht. Wo Qualität und Rahmenbedingungen eine zentrale Rolle spielen. Und wo Fehler der Vergangenheit zu Gegenwartsprobleme werden. Gleichzeitig ist dies eine Chance für Weiterentwicklung, Aufbruch zu neuen Ufern, Verbesserung. Diese positivistische Ausdrücke verdecken aber nur grundlegende Strukturprbleme (Zugang, Studiengebühren, Finanzierung, Management und Governance...), die vielleicht, wenn sie (richtig) auf den Tisch kommen würden politischer Selbstmord bedeuten würden aber vielleicht auch nicht. Arbeitsgruppen sind bewehrte Mittel um Zeit zu gewinnen und Entscheidungen zu verzögern. Es sind die Hagelbomber des (studentischen) Unwetters.

Samstag, 5. Dezember 2009

Proteste sogar an der Universität Tuzla

Komme garde von einem Projektmeeting von der Universität Tuzla. Unser MOREMS Projekt hatte ein Treffen in B&H gehabt. Wir tagten im Rektorat der Uni und wurden am Freitag Mittag von Pfeiffen und lautstarke Gesprächen auf den Korridoren des Rektorats überrascht. Nun gibt es auch Proteste in B&H. Interessant war aber der Grund. Die Universität hat nach erfolgreichen Abschluß des Studiums der besten Studierenden einen Geldbetrag in Höhe von etwa 500 Euro bezahlt. Dies sind die sogennate "goldene Studierende" die einen überdurschnittlicen Notendurchschnitt von über "9" haben. Nun gab es nachdem letzten Abschluss zu viele zu gute Studierende und die Uni müsste die Mittel auf mehr Köpfe verteilen. Damit haben die Studierende pro Kopf nur etwas die Hälfte also eta 250 Euro bekommen. Der Rektor hat (auch hier) auf das zuständige Ministerium verwiesen und die Studierende zum Protestieren zum Sitz des Kantons Tuzla geschickt. Nach einer Stunde war es dann wieder ruhig im Rektorat und wir haben weitergearbeitet.....